Eine Stadt, 100 Gesichter…buongiorno a Milano

Hallo ihr Lieben!

Heute möchte ich euch in diesem Blogpost etwas über unsere Städtereise von letztem Wochenende berichten. Neue Orte bereisen, fremde Menschen, Traditionen und Kulinarisches kennenlernen, das steht bei mir momentan ganz oben auf der Interessenliste. Während früher das Geld gerne an den Wochenenden zum Shoppen ausgegeben worden ist, so würde ich mittlerweile jede noch so kurze Reise dagegen eintauschen. Letztes Wochenende haben Tobi und Ich das erste Mal Mailand besucht und heute möchte ich euch von meinen Erfahrungen berichten und vielleicht den ein oder anderen nützlichen Tip verraten.IMG_7599

  • Reisedaten:

3 Tage von Freitag früh bis Sonntag Abend haben wir in Mailand verbracht, geflogen sind wir mit Eurowings von Düsseldorf aus nach Mailand-Malpensa für insgesamt 100 Euro (Hin-und Rückflug für 2). Gebucht haben wir das Ganze letztes Jahr im Winter, es lohnt sich also frühzeitig die Angebote der Airlines zu beobachten. Die Flugzeit beträgt ca. 1:15h, also absolut in Ordnung und dementsprechend perfekt für ein Wochenende in bella Italia. Von Malpensa aus ging es ca. 50 Minuten Richtung Innenstadt (Ticket oneway p.P. 13 Euro). Da wir sehr früh vor Ort waren und erst ab 14:00 ins Hotel konnten entschieden wir uns etwas früher auszusteigen und die Stadt selber schonmal vorweg zu erkunden (Station Cadorna, ca. 1,5km vom Dom entfernt, sehr schönes Viertel um durch die Straßen zu schlendern).

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Hausfront bei Cadorna
  • Das Hotel

2 Tage vor Abreise haben wir ziemlich unerwartet feststellen müssen, dass unser ursprünglich gebuchtes Zimmer storniert worden ist und mussten somit erneut auf spontane Hotelsuche gehen. Bei einem Städtetrip finde ich es nicht wichtig Luxus auf dem Zimmer oder ein Spa-Angebot zu haben, im Normalfall verbringt man ohnehin den meisten Tag unterwegs. Durch ein sehr gutes Angebot wurde es dann schlussendlich aber doch das Ramada Plaza Hotel, ein 4 Sterne Hotel, ca. 6 Metro-Stationen vom Zentrum entfernt. Für 2 Personen und 2 Nächte inklusive Frühstück haben wir hierfür 180 Euro bezahlt, wobei am Ende noch eine City Pauschale von 20 Euro berechnet wird.  Vorweg zum Hotel: Die Zimmer waren super, ein riesiges Bett, großer Balkon und das Bad war ebenfalls sehr gut und räumlich passend. Auch das Frühstücksangebot empfand ich als ausreichend, verschiedene Brötchen, Brot, 2 Sorten Käse, etwas mehr Wurstaufschnitt, Kuchen, Croissants, Obst, Rührei, Würstchen usw. Auch die Entfernung zum Stadtzentrum war in Ordnung, je näher man ans Zentrum kommt, desto unverschämt teuer werden leider die Hotelpreise. Auch Check-in und -out waren total unkompliziert und schnell erledigt.

  • Tag 1

An unserem Ankunftstag stellten wir direkt mal unseren ultimativen Schrittrekord auf: 32.000 wurden es am Ende. Ich muss ganz ehrlich sagen, zwar habe ich mir vor der Reise einen Reiseführer gekauft aber Mailand erkundet man meiner Meinung nach am besten zu Fuß. Einfach drauf los laufen, irgendwann kommt man immer an einer Sehenswürdigkeit vorbei. Wie schon erwähnt stiegen wir etwas abseits des Zentrums morgens aus und begaben uns erstmal auf die Suche nach Frühstück. Wie viele südländische Länder ist Italien ja nicht gerade für seine üppigen Frühstücksangebote a la Brot, Müsli, Pancakes oder Oatmeal bekannt. Wir schlenderten also durch die wirklich schönen Gassen und machten unseren ersten Halt im „Princi“, einer sehr beliebten Bäckerei mit 4 (oder 5) Filialen innerhalb Mailands. Das Angebot war riesig und von üppig belegten Focaccia (bezahlt man hier übrigens nach Gewicht, nicht nach Stück),  frischem Brot, Kuchen, Törtchen, Panini und Croissants alles dabei.

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Eine der Princi-Filialen

Wir entschieden uns für Cappuccino und ziemlich süße Schweinerein, für den Herren gab es ein Croissant und Muffin und für mich ein mit Vanillecreme gefülltes Hefeteilchen. Gut gestärkt wanderten wir die 1,6km Richtung Domplatz und kamen dabei an tollen kleinen Läden, Restaurants und süßen Gässchen vorbei. Je näher wir ins Zentrum kamen, umso pompöser wurden die Gebäude und die Menschenmassen steigerten sich selbst an einem Freitag Morgen immer weiter.

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Kleine Frühstückspause im Princi

Ist man einmal am Domplatz angekommen kommt man aus dem Staunen erstmal nicht mehr raus. Wir sind durch die „Galleria Vittorio Emanuele“ auf den Platz gelangt und der Dom ist wirklich eine Augenweide. Vorweg: Aufs Dach oder ins Innere hinein sind wir nicht gegangen, da die Schlangen absolut übertrieben lang und die Kosten auch nicht wenig waren. Bei der Galleria handelt es sich um eine Luxus-Einkaufspassage, Designer haben hier ihre Läden aber auch (überteuerte) Restaurants oder Eisdielen finden sich hier. Interessanter ist hier aber auch wieder die Architektur, einfach wahnsinnig edel, klassisch und fast schon erschlagend schön. Ein Blick in die sich anschließenden Luxuskaufhäuser wie das „Rinascente“ sollte man aber trotzdem werfen, quasi ein riesiger Kaufhof aber mit Luxusmarken.

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Galleria Vittorio Emanuele

Da wir auf das Eintrittsgeld für den Dom verzichtet haben musste es am sonnigen Freitag einen Ausflug auf die Aperol Terrasse geben. Nach dem Einchecken ins Hotel sind wir um ca. 17 Uhr dort angekommen, musste kurz warten und wurden dann an unseren Tisch geführt. Aperol und andere Aperitifs gibt es hier ab 13 Euro, für meinen Geschmack sehr teuer aber ich würde es trotzdem jederzeit wiederholen. A) hat mein Aperol unglaublich lecker geschmeckt und war hochvoll und B) war der Ausblick von der Terrasse und die Location allgemein wirklich ein Erlebnis.

In Mailand ist Aperitif ja quasi Pflicht, deshalb findet man hier auf jeden Fall noch andere, hübsche Bars, wobei ich am Wochenende immer versuchen würde zu reservieren (geht z.B. über Tripadvisor bei manchen Lokalen online sehr gut). Viele Bars bieten zur Happy Hour übrigens ein all-you-can-eat Buffet dazu, sehr sympathisch wie ich finde! Weiter ging es für uns dann zum kulinarischen Highlight des Wochenendes: Ins „Piz“. Beim Piz handelt es sich um eine kleine Pizzeria,  etwas versteckt in einer Seitengasse. Natürlich habe ich beim Thema Pizza in Mailand ordentlich und sorgfältig recherchiert, es musste natürlich die bestmögliche sein und lasst mich euch sagen: ich werde im Leben keine bessere Pizza mehr essen, da bin ich mir sicher. Das Restaurant öffnet um 19:00 und wie online empfohlen waren wir kurz vorher da. Empfangen wird man hier fröhlich mit einem Sekt aufs Haus und wird an seinen Platz geführt. Die Räumlichkeiten sind farbenfroh, um nicht zu sagen quietschbunt, relativ klein und man hat direkten Blick auf die Zubereitung und natürlich den Ofen. Die nächste Überraschung folgte direkt, indem es ein Achtel Pizza kostenlos zum Probieren gab. Schon da war es um uns geschehen.

Weiteres besonderes Merkmal ist definitiv die kleine Auswahl von nur 3 Pizzen. Marinara (nur mit Tomatensauce, ohne Käse), Margherita und eine Pizza bianca mit Ricotta, Schnittlauch, Mohn und Mozzarella. Wir entschieden uns jeder für eine Hälfte bianca und eine klassische Margherita. Ich könnte jetzt lange umher schwafeln aber ich fasse mich kurz: geht in diese Pizzeria. Allein den Boden hätte ich pur kiloweise vernichten können. Insgesamt 4 Liköre aufs Haus später und 30 Euro ärmer ging es an diesem Tag k.o. ins Bett für uns.

  • Tag 2

Unser zweiter Tag begann früh mit dem Hotelfrühstück und leider nicht ganz optimalen Wetterbedingungen. Trotzdem packten wir uns dick ein und schlenderten auf den „Mercato della terra“, einen „slow food“ Markt der an jedem ersten Samstag im Monat stattfindet.  Unser Weg führte uns dabei durch eine Art „China town“ Mailands, wenn ihr die Zeit habt schaut auf jeden Fall Mal vorbei. Hier findet man Street Food-artige Lokale, die frische asiatische Gerichte auf die Hand anbieten, bei denen ihr bei der Zubereitung zuschauen könnt.

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Frische Teigtaschen in China town

Anschließend fuhren mit der Metro (48h Ticket kostet p.P. 8,25€) zu den Navigli. Hierbei handelt es sich um Kanäle, die gesäumt sind von allerlei Restaurants und Cafés, in denen man selbst bei Regenwetter gemütlich einen Cappuccino trinken kann. Nach einer kurzen Verschnaufspause ging es quer durch die Straßen zurück ins Zentrum wo wir uns bis zum Abendessen aufgehalten haben.

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Navigli bei leider nicht ganz optimalen Wetterbedingungen
  • Tag 3

Auch der dritte Tag kam wettertechnisch nicht an Tag 1 heran und begrüßte uns mit einer dicken Wolkendecke. Dementsprechend nutzten wir ihn für ein kleines Shoppingprogramm auf der großen Einkaufsmeile „Via torino“ gegenüber des Doms. Bekannte Ketten wie Zara, H&M, Geox usw. findet man hier genauso wie italienische Eigenmarken, die ich bisher noch nicht kannte. Zur Stärkung ging es für uns mittags zu „Paninidurini“, einer italienischen Kette welche sich auf Sandwiches, also Paninis, Smoothies, Kaffee und Kuchen spezialisiert hat. Meiner Meinung nach sehr zu empfehlen, tolle Auswahl an Belägen, frisches Brot und ausgefallene Getränke (Matcha, iced tea & iced golden milk etc). Da wir noch den ganzen Tag zur Verfügung hatten besuchten wir das Kaufhaus „Eataly Smeraldo“, ein absolutes Paradies an Essen!

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Das Eataly Smeraldo

Von frischem Obst und Gemüse über Pesto, frischer Pasta, Schinken, Fleisch, Käse und Süßem kann man hier alles kaufen was das (italienische) Herz begehrt. Hier deckten wir uns erstmal mit Pesto und diversen anderen Spezialitäten ein. Das Eataly würde ich übrigens definitiv dem „Peck“, einem ähnlichen, viel kleinerem aber teurerem Laden auf der Via torrino, vorziehen.

Unsere letzte Station war auch nochmal ein kleines Highlight: Ein Eis in der Gelateria Ciacco. Ihr glaubt gar nicht wie lange ich nach der perfekten Eisdiele gesucht habe, es sollte ja schließlich das beste probiert werden. Und ich würde behaupten, das Ciacco spielt da ganz vorne mit. Für mich gab es einen mittleren Becher auf die Hand mit drei Sorten. Ihr wählt hier nämlich nicht nach Kugel, sondern nach Bechergröße, der dann mit den Sorten gefüllt wird, die ihr mögt. Ich hatte Matcha Tee, Fiordilatte, sowie italienischen Mandelkuchen als Sorte, Tobi blieb klassisch bei Schokolade. Mein Fazit: ich war kurz davor nochmal den Laden zu stürmen um einen weiteren Becher zu bestellen! Unglaublich leckeres Eis, was auch preislich absolut fair ist.IMG_7584

Nach dem letzten Snack ging es für uns schlussendlich Richtung Flughafen und spätabends dann auch wieder in die Heimat. Noch ein Tip, falls ihr wie wir schon früh aus dem Hotel auschecken müsst aber noch den Tag ohne lästigen Koffer in der Stadt verbringen wollt: am Hauptbahnhof gibt es in der unteren Etage einen Service an dem ihr eure Koffer abgeben könnt (bei uns für ca. 7h 6 Euro).

Für mich steht definitiv fest, dass ich Mailand nochmal besuchen werde, am ehesten im Spätsommer, damit das Wetter ein bisschen mehr mitspielt und man sich mehr in den Parks und co aufhalten kann, die wir dieses Mal leider noch nicht gesehen haben. Über Menschen, Sehenswürdigkeiten und Essen kann ich wirklich nur positives berichten und kann euch Mailand für einen Kurztrip sehr ans Herz legen!

So, das müsste so ungefähr mein längster Post gewesen sein! Ich würde mich sehr über Rückmeldung freuen und tausche mich auch gerne mit euch über eure bisherigen Italienerfahrungen aus!

Bis dahin erstmal vielen Dank fürs Lesen meine Lieben!

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