Von Zielen und Sorgen…

Hallo ihr Lieben!

Auf Plattformen wie Instagram geht es primär um die Sonnenseiten des Lebens, wir zeigen vorteilhafte Bilder von uns bei sportlichen Aktivitäten, mit Freunden oder in Restaurants. Soweit so gut. Genauso handhabe ich es ja auch. Auf dem Blog soll und darf es aber etwas privater zugehen. Der Alltag von uns allen besteht aus viel mehr als dem Schießen von  instagramtauglichen Bildern, Sport und Freizeit. Heute möchte ich euch einmal erzählen, was bei mir aktuell für Gedanken oder kleine Sorgen durch den Kopf schwirren. IMG_9031

Ich bin von Natur aus ein kleiner Pessimist. Ich zweifel schnell und gerne an mir, brauche manchmal einen nahen Menschen der mir mal sagt, „Julia, schau mal auf das was du schon geschafft und erreicht hast“.  Schon zu Schulzeiten war ich immer verbissen darauf gute Noten zu schreiben, ich war eine dieser Personen, die man als Mitschüler verflucht hat „Ach  verdammt, die Arbeit hab ich komplett verhauen…“ „oh, ist doch irgendwie eine 1- geworden…“ Aber so war es schon immer, ich war mir meiner Leistung nie sicher, immer bin ich eher vom Schlechten ausgegangen. Aber vorweg, ich arbeite daran mich zu bessern! 😀

Die Phase mit Essstörung hat mich schlussendlich knapp 2 Jahre gekostet. (Mehr zu meiner Geschichte findet ihr hier ) 2 Jahre, in denen ich die vorher so wichtige Schule und Leistungen habe schleifen lassen. „All die Arbeit,  Anstrengungen und guten Noten plötzlich umsonst“ … so habe ich es mir zumindest eingeredet. Schlussendlich bin ich nach der 12.ten Klasse abgegangen, habe zur Überbrückung gejobbt und anschließend eine Ausbildung begonnen. Diese habe ich sehr gut abgeschlossen und durch ein Stipendium der Ärztekammer und mein Fachabitur habe ich den Bachelor-Studiengang „Prävention und Gesundheitspsychologie“ begonnen.  Man könnte also sagen: „Ende gut, alles gut.“ Ich habe etwas erreicht, auch mit einigen Umwegen, worauf man vielleicht sogar besonders stolz sein kann. Trotzdem erwische ich mich immer wieder dabei mich über diese „verlorene“ Zeit zu ärgern. „Ich könnte schon längst fertig sein, ich könnte vielleicht schon meinen Master machen“…. hätte, könnte, wäre…. da bin ich tatsächlich sehr gut drin. img_7739

Und so geht es einem doch mit vielen, kleinen oder größeren Alltagssorgen. Das eigentlich hobbymäßige Training wird auf einmal zu ernst genommen, der cleane Lifestyle mit Makros tracken und nur Greens essen wird zur Last statt zum Ausgleich. Ich glaube ich bin nicht die Einzige, die sich manchmal vor Augen halten muss, dass vor allem die privaten Dinge im Leben wie Sport, Ernährung oder andere Aktivitäten Spaß machen sollten und nicht zwanghaft erfolgen müssen. Manchmal hat man die Zeit und Motivation 5 Mal die Woche zum Training zu gehen und manchmal scheitert es eben… geht davon die Welt unter? War es dadurch eine schlechte Woche? Mit Sicherheit nicht. Aber man ist daran gewöhnt Leistung zu bringen, sich an seiner eigenen Leistung zu bewerten. Hat man ein gutes und hartes Training hinter sich: „das war ein guter Tag“… entscheidet man sich für einen faulen Tag auf der Couch: „Morgen muss das aber anders aussehen!“ Nö, muss es nicht! Seit wann ist „normal sein“ nicht mehr erstrebenswert? Warum will jeder irgendwo herausstechen? Wenn wir mal ehrlich sind gefallen wir uns doch teilwesie in der Rolle der Extrawurst: Alle Freunde bestellen Pizza, nur man selber sagt „nein danke, das steht nicht auf meinem Ernährungsplan“ „nein danke, auf Gluten verzichte ich komplett“… Und insgeheim ist man stolz darauf die Disziplin zu zeigen und die anderen „das Schlimme“ essen zu sehen während man selber Salat (ohne Dressing) isst… Was ist daran verwerflich geworden mal KEINE Makros zu tracken sondern NORMAL beisammenzusitzen, NORMAL wie andere zu sein und zu genießen?

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Urlaub ohne Leckereien? Undenkbar!

Mittlerweile bin ich an einem Punkt an dem ich diese Gedanken gut erkenne und mit ihnen umzugehen weiß. Natürlich beeinflusst gerade Instagram einen gewaltig wenn man z.B. auf der Couch sitzt und ein gutes Buch ließt und anschließend sieht das Person XY zum zweiten Mal an diesem Tag beim Training ist. Und das ist der Punkt wo ich immer wieder ansetze: Was oder wer einem nicht guttut, gehört „gelöscht“. Sobald ihr merkt, dass bei euch nicht mehr die Motivation im Vordergrund steht, sondern Druck….adios! So handhabe ich es zumindest und bereue es kein bisschen. Sätze wie „nothing tastes as good as fit feels“ braucht kein Mensch, das betone ich hier gerne nochmal!

Ziele setzen ist ein wichtiges Thema im Leben, mein Ziel ist es momentan meinen Studiengang so schnell aber auch so gut es geht zu beenden. Das frisst nunmal Zeit. Ich persönlich bin ein Mensch der zwar gerne viel unternimmt aber genauso seine Ruhezeiten zu Hause braucht. Ich arbeite Vollzeit, muss nebenbei Klausuren und Hausarbeiten schreiben, möchte Sport machen, einen gesunden Lebensstil verfolgen und   Zeit mit Freunden verbringen. 7 Tage die Woche alles unter einen Hut bringen habe ich versucht und gemerkt: das klappt nicht. Ich verfolge auch keinen strengen Wochenplan a la Montag: Uni, Dienstag: Sport, Mittwoch:…. ich möchte spontan entscheiden können, ob ich heute motiviert für Sport bin und mich nicht übermüdet ins Gym schleppen nur weil mein Plan es so sagt. Da scheiden sich die Geister natürlich drüber: anderen Menschen ist ihr strikter Wochenplan heilig. Ich habe für mich aber gemerkt, dass Druck mich nicht weiterbringt. So handhabe ich es auch mit dem Training: natürlich möchte man seine bestmögliche Form erreichen und zufrieden sein, aber nicht um jeden Preis. Wenn ich merke dass Sport für mich an einem bestimmten Tag kein Ausgleich sondern Belastung darstellt, dann lasse ich es. Und wenn man etwas unbekümmerter an die ganze Sache rangeht, folgt automatisch wieder mehr Spaß und Motivation.Ich bin kein Profisportler, habe auch keine Bühnenpläne oder sonstiges. Trotzdem habe ich Ambitionen und die lassen sich auch mit einer etwas lockeren Sichtweise erreichen!

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Spaß gehört zu jedem guten Training dazu

Wie handhabt ihr das in eurem Alltag? Lebt ihr nach Plan und Struktur? Entscheidet ihr spontan? Mich würden eure Erfahrungen dazu sehr interessieren!

Ansonsten war es das von meiner Seite aus, ich hoffe dieser kleine Einblick in meinen Alltag war nicht allzu uninteressant und bedanke mich fürs lesen 🙂

 

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