Bella ciao! 1 Woche Amalfiküste

Hallo zusammen, unser letzter Trip liegt nun leider auch schon wieder knapp 1 Monat zurück, aber nichtsdestotrotz möchte ich euch unbedingt noch davon berichten. Denn eigentlich sollte es ohne große Erwartungen „nur“ eine kleine, unkomplizierte sommerliche Auszeit vor dem großen Südafrika-Abenteuer im November werden…. entpuppte sich dann aber als einer der schönsten Trips an einem der bezauberndsten Orte, die ich bisher gesehen habe: der Amalfiküste!

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Auf dem Weg nach Ravello

In diesem Blogpost möchte ich euch von den Orten, Unternehmungen und landschaftlichen Highlights berichten, im nächsten Artikel soll es sich dann nicht weniger interessant um die kulinarischen Highlights drehen.

Wie bereits erwähnt wollten wir diesen Sommer einfach nur 1 Woche in den Süden und ans Meer reisen, ohne viel Planerei, ohne viel Stress. Schnell fiel die Wahl auf bella italia, aber wohin dort? Die Amalfiküste und die prunkvollen Bilder von Positano und Co. habe ich ehrlich gesagt immer als wunderschön aber „bestimmt snobby“ und „zu etepetete“ abgetan. Nach ein bisschen Recherche (und gefühlt 1 Millionen weiterer zauberhafter Küstenbilder) war ich aber voll und ganz im Fieber.

  • Anreise

Am einfachsten ist die Anreise per Flugzeug bis Neapel (Flugzeit von Köln/Bonn aus ca. 1:45min, Preis mit Eurowings für 2 Personen für Hin-und Rückflug lag bei 290Euro). Ursprünglich wollten wir den ersten Tag komplett in Neapel verbringen um dann mit dem Mietwagen an die Amalfiküste weiterzureisen (ca. 1h Fahrt). Auf dem Weg könnte man zudem noch in Pompeij oder dem Vulkan Vesuv Halt machen. In Neapel angekommen wird man mit einem Shuttlebus zu den etwas entfernt liegenden Mietwagenfirmen gebracht. Wir hatten unseren bereits vorher online gebucht und wollten eigentlich nur noch die Kaution hinterlegen. Satz mit X, aus bis heute unerklärlichen Gründen funktionierte die Kreditkarte nicht, Kaution wurde bar nicht angenommen und wir standen ohne Mietwagen da. Grande problema! Verbindungen von Neapel bis zur Amalfiküste sucht man nämlich vergebens… nach einem halben Nervenzusammenbruch meinerseits mussten wir dann wohl oder übel eine 150Euro-Taxifahrt in Kauf nehmen. Was ein Start….IMG_4396

  • Unterkunft und Preise:

Nicht abzustreiten sind natürlich die immensen Kosten der Hotels in direkter Küstennähe, somit also besonders in Amalfi, Positano, Furore oder Praiano. 3000 Euro die Nacht? Gar kein Problem. Wir orientierten uns also doch etwas abseits der Küste, schnell hatten wir das Bergstädtchen Agerola im Blick. Etwas höher im Gebirge gelegen am Ende der Küstenstraße, mit Blick auf das Meer und zahlreiche Unterkünfte im bed & breakfast-Stil, die bezahlbar waren. Bei Buchung beinhaltete unser Plan ja eigentlich einen Mietwagen für die Woche zu nehmen, also war die kleine Entfernung nicht weiter schlimm. Unsere Wahl fiel auf das recht neue „il casale del contadino“, ein familiengeführtes, sehr schönes frisch renoviertes Bauernhaus, ganz am oberen Ende von Agerola und somit am höchsten gelegen. Unser Zimmer war absolut zufriedenstellend und der Balkon mit Blick auf die Küste wirklich etwas Besonderes. Inklusive Frühstück zahlten wir für 1 Woche für 2 Personen knapp 500 Euro. Abends hatte man die Möglichkeit für 30 Euro p.P. ein hausgemachtes Dreigang-Menü serviert zu bekommen, das haben wir allerdings nie in Anspruch genommen (weil es uns auch zu teuer vorkam im Vergleich zu anderen Angeboten).

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Die Berge von Agerola

Zusammenfassend würde ich die Unterkunft im Großen und Ganzen allerdings nicht unbedingt weiterempfehlen. Die vierköpfige Familie, die die Unterkunft führt war zwar sehr nett, aber nicht so gastfreundlich wie viele andere Menschen, die wir vor Ort kennengelernt haben. 1 Tochter sprach englisch, der Rest konnte uns meist nicht weiterhelfen und meine doch verblassten Italienischkenntnisse halfen da leider auch nicht weiter. Zudem war das Haus sehr hellhörig und es wurde von der Familie meist bis 02:00 unten an der Rezeption TV gesehen, laut diskutiert oder Stühle gerückt.

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Morgenrituale

Der Ort Agerola an sich ist aber durchaus zu empfehlen. Etwas abseits vom Trubel aber durchaus groß genug um einen Tag lang alles zu erkunden: kleine Käsereien, Supermärkte, Restaurants und Cafés. Zudem liegt der Startpunkt der wunderschönen Wanderung des „sentiero degli dei“, dem Pfad der Götter, in Agerola. Wir haben uns in der Woche mit vielen Einheimischen und Bed & Breakfast-Inhabern unterhalten (bei denen wir z.B. ohne etwas zahlen zu müssen zum Frühstück eingeladen wurden oder uns der Transport zurück zum Flughafen bei Abreise organisiert worden ist) und ich kann euch das „il petti rosso“ sowie das „divina costiera“ als Unterkunft ans Herz legen.

  • Wie fortbewegen?

Da wir ja ungeplant ohne Mietwagen dastanden mussten wir uns an die öffentlichen Verkehrsmittel halten. Es fährt zwar eine Buslinie von Agerola ab, die Fahrzeiten sind aber mit Vorsicht zu genießen (der Bus kam eigentlich immer viel früher als vorhergesehen und dann meist nur stündlich). Die Hauptverbindung ging immer bis nach Amalfi runter (2 Euro p.P.), von dort aus konnte man entweder weitere Buslinien Richtung Positano, Sorrento oder Salerno oder Fährverbindungen nehmen (pro Strecke ca. 8 Euro, p.P.). Die reine Fahrzeit von Agerola bis Amalfi runter betrug ca. 40 Minuten. Zudem ist zu sagen, dass die Busse immer rappelvoll und oftmals total überhitzt waren, die letzte Verbindung von der Küste hoch in die Berge ging um 22:00. Für die ersten Tage konnten wir uns damit gut anfreunden, für die zweite Urlaubshälfte haben wir uns dann aber einen Roller gemietet (3 Tage für ca. 150 Euro). Und lasst mich euch sagen: ich fand etwas selten so spaßig und aufregend wie mit dem Roller jeden Tag die Küstenstraße entlangzudüsen. Der Ausblick ist einfach von Anfang bis Ende atemberaubend, man ist viel flexibler und kommt auch an den dicksten Stausituationen gut vorbei.IMG_4392

Letztendlich war die Mietwagengeschichte natürlich mehr als ärgerlich aber wir waren ebenso mehr als einmal froh keinen Wagen zu haben. Die Straßen sind nicht ohne, eng, kurvig, große Busse kommen einem im schnellen Tempo entgegen und die Parkplatzsituation in den Städten ist ohnehin katastrophal.

  • Amalfi & Atrani

Dreh-und Angelpunkt ist der Namensgeber der Küste: die Stadt Amalfi. Erstaunlicherweise war die Stadt aber nicht so weitläufig wie erwartet. Gefühlt kann man sie mit einem 30 Minuten Fußmarsch durchqueren. Nicht abzustreiten bzw. wegzudenken sind natürlich die Touristenströme.

Die Fußgängerzone ist gespickt von touristischen Läden, die Zitronenbonbons oder Limoncello (Zitronenlikör) verkaufen, Eisdielen und Restaurants. Wirklich authentische Läden konnten wir dort leider nicht finden. Am oberen Ende der Stadt schließt sich allerdings ein wunderschönes, grünes, mit Zitronenhainen gefülltes Tal an (das „Valle delle Ferriere“, welches definitiv einen Besuch wert ist, nicht nur wegen der tollen Einkehrmöglichkeit (aber dazu mehr im kulinarischen Blogpost). Leerstehende, alte Papierfabriken, Flüsse und kleine Wasserfälle warten hier auf einen.

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Alte Papierfabrik im Valle delle Ferriere
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Im Valle delle Ferriere

Wie jede Küstenstadt hat auch Amalfi einen überschaubaren Strandabschnitt, für uns war dieser weniger einladend und wir haben den Meerblick eher im Café als im Sand genossen.

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Strandabschnitt von Amalfi
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Hafen von Amalfi

Das nächste sich anschließende Städtchen, welches fußläufig von Amalfi aus zu erreichen ist, ist Atrani. Eine Bucht mit Strand, ein kleiner, zentraler Platz mit diversen Restaurants und kleine Metzgereien, sowie verwinkelte Gassen machen die Stadt aus. Einen Bummel definitiv wert, aber ebenso wie Amalfi ist das Städtchen schnell durchquert.

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Blick auf Atrani
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Strandbucht von Atrani

Wer noch Energie hat, dem empfehle ich definitiv anschließend einen Aufstieg nach:

  • Ravello

Im Vergleich zu Amalfi und Atrani hat mich Ravello absolut begeistert. Zugegeben, zu Fuß ist es mehr als eine Herausforderung dorthin zu gelangen: Von Atrani aus führt ein Weg ca. 1:15h lang über Treppen hoch… und ich meine hoch! Die Ausblicke, die man aber bereits auf dem Weg schon sammeln kann, sind phänomenal und jede Mühe wert. Ich glaube es fährt auch ein Bus von Amalfi hoch, bin mir da aber leider nicht ganz sicher. Durchgeschwitzt und außer Atem kamen wir oben an und haben nicht viel mehr erwartet, als die beiden bekannten Villen „Villa Cimbrone“ und „Villa Rufolo“. Wenn man Ravello in den gängigen Suchmaschinen nachschlägt, sind die Gärten dieser beiden Prachtgrundstücke das erste was man angezeigt bekommt und so wollte auch ich unbedingt den Ausblick aufs Meer in besagten Gärten genießen. Oben angekommen erwartete uns aber so viel mehr. Ein großer Platz mit wahnsinnig vielen Restaurants, Käsereien, Eisdielen, Kirchen, Shops und und und. Und dazu richtig viel Charme! Natürlich auch eine Menge Touristen aber definitiv auszuhalten. Leider haben uns die Preise zu den Villen ziemlich abgeschreckt und statt viel Geld nur für den Eintritt zu zahlen (ca. 13 Euro pro Person), haben wir uns in ein Café direkt neben den Gärten gesetzt und dort bei einem kühlen Getränk die atemberaubenden Ausblicke genossen.

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  • Positano

Positano ist wohl DAS Aushängeschild der Amalfiküste. Kurz und knapp: die Stadt ist optisch wirklich eine Augenweide! Wir haben sie wohl aus fast jeder Perspektive sehen können, vom Pfad der Götter aus drauf zulaufend, aus dem Kern des Stadtzentrums oder von der Fähre aus. Bunte Häuserfassaden, in jeder Ecke blüht es in strahlenden Farben und der Blick aufs Meer ist fast immer präsent. Der Strandabschnitt von Positano ist wohl der „größte“ den wir in der Woche gesehen haben, nichtsdestotrotz aber nicht mit den typischen Stränden im Badeurlaub zu vergleichen. Imposant sind dort vor allem die Luxusyachten, die geankert haben.1D2FC389-70E2-4A59-AA0E-5957C9D9B6A9IMG_4398

Die Gassen Positanos sind schmal und eng, mit Anfang Juli hatten wir noch Glück mit dem Touristenaufkommen, trotzdem war es teils wirklich voll. Mein Tip also an dieser Stelle: vor allem darauf achten, wann die Italiener selbst Ferien haben und diese auf jeden Fall meiden! Ihr werdet auch abseits der Ferien mit genug anderen Menschen in Kontakt kommen. Während das Zentrum quasi unten am Strand liegt, so wird es je höher man geht immer ruhiger und uriger. Treppenreiche Gassen, versteckte Lokale und immer wieder atemberaubende Blicke auf die Stadt und das Meer unter einem.

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Alles blüht in Positano

Ich gehe wie gesagt im nächsten Blogpost näher auf Lokale, Cafés und Restaurants ein aber in Positano findet ihr auf jeden Fall alles von Snackbar über Superfoodladen bis hin zu teuren Cocktailbars mit Seaview und gehobenen Restaurants.

  • Maiori, Minori, Salerno, Cetara, Vietri sul mare 

Wenn ihr mobil mit Roller oder doch Mietwagen unterwegs seid, dann macht auf jeden Fall eine kleine Spritztour entlang der Küste. Eines unserer Tagesziele war Salerno, eine große Hafenstadt, ca. 1- 1:20h Fahrt von Amalfi aus. Auf dem Weg dorthin liegen mehrere kleinere Städte wie eben Maiori und nebenan Minori oder die kleinen Fischerdörfchen Cetara und Vietri sul mare. Jeder dieser Orte bietet etwas ganz Besonderes und lädt zum Verweilen ein. Salerno selbst war die größte Stadt an der Küste, die wir gesehen haben, inkl. großer Shoppingstraße und Fast-Food-Ketten aber ebenso mit urigen Bäckereien und Lokalen.

  • Der Pfad der Götter

Wie ihr vielleicht aus meinen früheren Urlaubsblogposts schon wisst muss es bei uns immer mindestens eine große, gerne auch fordernde Wanderung geben. DER Wanderweg schlechthin an der Amalfiküste ist der „sentiero degli dei“, ein Weg, der in Agerola beginnt und ca. 10km entlang der Küste bis nach Positano führt.

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Startpunkt des sentiero degli dei

Im Internet findet ihr die verschiedensten Zeitangaben, wir haben knapp 3h gebraucht (online wird teils eine Gehzeit von 5h genannt). Von Anfang an startet ihr mit einem atemberaubenden Blick aufs Meer, der euch auch während der gesamten Wanderung begleitet. Der Pfad selbst ist ca. 2m breit und teils etwas steinig, Sicherungen gibt es nicht unbedingt aber wir haben uns nie unsicher gefühlt. Etwas schwindelfrei sollte man aber wohl sein. Höhenmäßig geht es erst kurz vor Positano herab und zwar (wie könnte es anders sein) über Stufen… 1500 sind es an der Zahl, man geht ca. 30-40 min nur herab und die Beinchen zittern am Ende ohne Ende.

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Treppen hinab nach Positano

Ein Glück, dass es kurz vor den Treppen des Grauens einen kleinen Kiosk gibt (ich wiederhole mich, aber: mit unfassbar schönem Meerblick) um die Energiereserven nochmal kurz aufzuladen. Den Rückweg haben wir dann allerdings von Positano aus mit der Fähre nach Amalfi bestritten. Start der Wanderung war bei uns ca. 09:30, da ging es sogar noch total mit anderen Wanderern und wir hatten die Abschnitte teils für uns allein.

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Kiosk mit Meerblick

5CAC5204-8D67-4BB0-B594-B7A361BEE1A4Von mir gibt es definitiv eine große Empfehlung für den Pfad der Götter. Man benötigt keine Erfahrung oder Ausrüstung sondern kann relativ entspannt einen dauerhaften Meerblick genießen und auch der Blick auf das immer näher kommende Positano und die Luxusschiffchen davor ist es wirklich wert.

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Blick auf Positano
  • Fazit:

Wie ihr schon rauslesen konntet: mich hat die Amalfiküste definitiv in ihren Bann gezogen. Wir hatten einige, kleine Herausforderungen aber nach kurzer Zeit waren diese umso schneller vergessen. Wenn ihr mit Roller oder Mietwagen mobil seid, gibt es einfach so unglaublich viel zu sehen, die Menschen vor Ort sind wahnsinnig hilfsbereit und großzügig und dem grandiosen Essen werde ich wie gesagt einen eigenen Blogpost widmen.IMG_4402

Falls ihr Fragen zu unserer Reise, Orten oder Empfehlungen habt schreibt mir sehr gerne, ich freue mich wenn ich euch eventuell weiterhelfen kann.

Danke euch fürs Lesen und bis bald!

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